Newsletter Operative Medizin Heidelberg
Sonderausgabe / 3.Quartal 2007

Sonne – Fluch oder Segen

Sonnenbrand fördert die Entwicklung maligner Melanome („schwarzer Hautkrebs“)
Sonnenbrand fördert die Entwicklung maligner Melanome („schwarzer Hautkrebs“)

Unsere Haut erinnert sich an jeden Sonnenstrahl

Ohne Sonne gäbe es kein Leben auf der Erde. Doch so unabdingbar und nutzbringend die Sonne ist, so gefährlich kann sie für unsere Haut sein. Denn die verschiedenen Hautkrebsarten haben leider einen Hauptverursacher: die Sonne. Doch wer rechtzeitig vorsorgt und sich und seine Kinder entsprechend vor zu viel Sonneneinstrahlung schützt, kann die sonnigen Seiten des Lebens genießen.

Frühstadium eines malignen Melanoms
Frühstadium eines malignen Melanoms

Die Sonne ist für das Leben auf der Erde von fundamentaler Bedeutung. Die meisten Prozesse auf der Erdoberfläche, wie das Klima und das Leben selbst, werden durch die Energie der Sonne angetrieben. So stammen etwa 99,98% der gesamten Energiebilanz der Erde von der Sonne, der winzige Rest wird aus geothermalen Wärmequellen, die unterhalb der Erdoberfläche liegen, gespeist.

Auch für den Menschen selbst ist die Sonne unabdingbar. Wenn die tristen Wintertage vorbei sind und der Sommer kommt, spürt jeder, wie gut Sonnenlicht tut. Es fördert Wohlbefinden, Lebenslust und gute Laune. Für unseren Vitamin D-Stoffwechsel ist die Sonne unverzichtbar.

Auf der anderen Seite hat die Sonne auch ihre „Schattenseiten“. Sonnenbestrahlung der Haut fördert die Entstehung von Hautkrebs. Dabei spielt vor allem der kurzwellige Ultraviolett-Lichtbereich (UV-B: 280-320 nm) die Hauptrolle. In Erdteilen unter dünnerer Ozonschicht der Atmosphäre (z.B. Australien) erreicht auch das noch gefährlichere UV-C-Licht die Erdoberfläche. Sonnenlicht führt auch zur Alterung der Haut. Dafür ist, bedingt durch die größere Eindringtiefe, eher das UV-ALicht (320-400 nm) verantwortlich.

Wichtig: Von Kindheit an vor der Sonne schützen!

Es hat sich gezeigt, dass besonders Sonnenbrände in der Kindheit für die Entstehung von schwarzem Hautkrebs (malignes Melanom) verantwortlich sind. Die Tumorentwicklung dauert oft mehrere Jahrzehnte, so dass das Resultat meist erst im späteren Erwachsenenalter auftritt. Chronische Sonnenbelastung, der z.B. Straßen-, Landarbeiter und Seeleute ausgesetzt sind, führt dagegen eher zu so genanntem „weißen Hautkrebs“. Dieser Begriff fasst verschiedene Hautkrebsarten zusammen (insbesondere Basalzellkarzinom bzw. Basaliom und Plattenepithelkarzinom der Haut).

Drei goldene Regeln unter der Sonne

Die Sonne stellt also für uns Menschen Segen und Fluch dar. Effektiv schützen kann man sich gegen die Hautalterung und Krebsentstehung durch richtig praktizierten Sonnenschutz. Dabei sollten drei Schutzstrategien kombiniert werden:

  • Wichtig wäre die Wahl der Tageszeiten, zu denen man an die Sonne geht. Im Hochsommer oder in südlichen Ländern empfiehlt es sich, die Mittagszeit nicht im Freien zu verbringen.
  • Die zweite Säule des Lichtschutzes ist der textile Lichtschutz durch adäquate Kleidung.
  • Erst an dritter Stelle steht der kosmetische Lichtschutz. Freiliegende Körperpartien sollte man im Sommer durch Lichtschutzcremes schützen.

Wichtig ist es, in jedem Fall Sonnenbrände zu vermeiden. Insbesondere Kinder mit ihrer zarten Haut sollten der Sonne nicht intensiv ausgesetzt werden. So kann es gelingen, dass vor allem die positiven Seiten der Sonne für uns wirken und die Schadeffekte weitgehend vermieden werden.

PD Dr. med. Peter Helmbold

 

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14.10 bis 14.35 Uhr